
Mit angezogener Handbremse!
Vier neue Benchmarks ermöglichen erstmals eine transparente Bewertung der Marktperformance. Doch Vorsicht: Unterschiede in der Methodik sind entscheidend – und eröffnen zugleich spannende Analysemöglichkeiten!
Die Indizes im Überblick:
📈 FlexIndex (FlexPower)
⚡ BESS-Index (Regelleistung-Online.de / Christian Schäfer )
🔋 Re-Twin Benchmark Re-Twin Energy um Florian Heise)
📊 Battery Revenue Index (enspired & RWTH Aachen University maßgeblich von Jonas Brucksch und Jonas van Ouwerkerk )
Vier Indizes – vier verschiedene Ansätze! 🔍⚡
Die Berechnung historischer Erlöse aus der Optimierung eines Großspeichers ist herausfordernd. Daher unterscheidet sich die Indexmethodik der Anbieter entsprechend, hervorzuhebend in diesen vier Schlüsselbereichen:
1. Speichersystem: Unterschiedliche Annahmen zu Kapazität (1h, 2h, 4h), Zyklen pro Tag (1 oder 2) und Effizienz beeinflussen die Ergebnisse.
2. Märkte: Regelleistung (FCR, aFRR, mFRR) und/oder Spotmärkte (Day-Ahead, Intraday). Die Indizes setzen hier unterschiedliche Schwerpunkte.
3. Optimierungsansatz: Einmalig oder sequenziell. Mit „Perfect Foresight“ oder „Imperfect Foresight“.
4. Darstellung der Erlöse: Tägliche Ergebnisse oder ein geglätteter 28-/30-Tage-Durchschnitt.
🔎 Fazit: Die Wahl des Index macht den Unterschied 🚀
Indexergebnisse! 📊⚡
Die unterschiedlichen Index Methodiken spiegeln sich deutlich in den Ergebnissen wider. So variieren die durchschnittlichen Tageserlöse erheblich, mit in der Spitze einem Tageserlös von EUR 5.094 für ein 1h-System (siehe hierzu auch der Chart)
Entsprechend schwanken auch die hochgerechneten Jahreserlöse (für ein 1h System) zwischen 72.942 € und 155.492 €. Das zeigt, wie unterschiedlich die Indizes das wirtschaftliche Potenzial eines Speichers abbilden. Diese Unterschiede verdeutlichen, dass die Wahl der Indexmethodik bzw. Vermarktungsstrategie nicht nur eine theoretische Frage ist, sondern direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Bewertung von Großspeichern hat.
Insights aus den 2024er Index-Ergebnissen! 📊⚡
Viele Fragen zur Konsistenz, Marktabhängigkeit und Erlösverteilung der Indizes verdienen eine tiefere Analyse. Doch hier sind drei spannende Erkenntnisse aus dem Vergleich der Indexergebnisse:
1. Gute Preis- bzw. Marktprognosen zahlen sich aus! 🔮📈 Die einzelnen Märkte haben eine preisliche Wechselwirkung, sind jedoch nicht „perfekt korreliert“. Daraus ergeben sich täglich in einzelnen Märkten Opportunitäten. Beispielsweise korrelieren die täglichen Erlöse vom „Regelleistung“-fokussierten Re-Twin Index mit dem „Spotmarkt“-fokussierten FlexIndex von FlexPower „nur“ zu 0,51. Eine präzise tägliche Marktprognose kann einen enormen Hebel auf die Wirtschaftlichkeit haben. Der Index von Christian Schäfer (Regelleistung-Online) treibt es hier „auf die Spitze“ mit dem „Perfect Foresight“-Ansatz und einer Vermarktung im (wissentlich) attraktivsten Markt. Dabei erzielte der Index (für ein 1h-System) eine bessere Performance im Jahr 2024 von knapp 45% ggü. dem Zweitplatzierten Index der RWTH Aachen & enspired.
2. „Cross-Market“ ≠ Risikodiversifikation! ⚠️📊 Der intuitive Gedanke: Mehr Märkte = weniger Risiko? Klingt logisch, doch die Indexergebnisse zeigen das Gegenteil! Indizes mit einem breiten „Cross-Market“-Ansatz (z. B. BESS-Index von Christian Schäfer und der Battery Revenue Index der RWTH Aachen & enspired) haben eine höhere Varianz der täglichen Erlöse als jene, die sich auf einen Markt fokussieren. 📉 Relative Standardabweichung der täglichen Erlöse (1h-System):
🔹 Re-Twin Index: 47,3%
🔹 FlexIndex: 39,9%
🔹 BESS-Index: 94,9%
🔹 BESS Revenue Index: 111,3%
Warum? Die BESS-Indizes optimieren ihre Erlöse ex-post, ohne Ex-ante-Risikosteuerung. Vergleichbar mit einem Aktienportfolio, das rückblickend ausschließlich auf das Kursfeuerwerk von Nvidia gesetzt hätte – ohne vorherige Risikoanalyse. Ohne diese Steuerung zeigt sich: Marktdiversifikation allein reduziert nicht das Risiko (gemessen in der Schwankung der Tageserlöse)! 🔄💡
3. Mehr Speicherkapazität – mehr Erlös? Nicht immer! ⚖️🔋 Der Wechsel von einem 1h- auf ein 2h-System bringt je nach Index sehr unterschiedliche Zusatzerlöse. 📊 Zusätzlicher Erlös eines 2h-Systems:
🔹 Re-Twin Index: +109% 🚀
🔹 BESS-Index: +28% 📉
🔹 Battery Revenue Index: +62% 🔄
Warum ist das spannend? Das 2h-System gilt als aktueller Marktstandard, doch oft stellt sich die Frage: Lohnt sich der Schritt zu 3h oder gar 4h? Die Ergebnisse lassen als mögliche Interpretation zu💡:
🔸 BESS-Index von Christian Schäfer→ Ein 2h-System könnte wirtschaftlich zumindest fragwürdig sein.
🔸 Battery Revenue Index → Ein 3h-System könnte sich kaum lohnen.
🔸 Re-Twin Index → Ein 3h-System wäre attraktiv, vielleicht sogar 4h! 🔮
🔎 Fazit: Noch offene Frage – warum nicht gleich 4h testen? Re-Twin ist bereits dabei! 🚀